Das vorliegende Konzept ist das Ergebnis von Arbeitsgruppen, Besprechungen auf Lehrerkonferenzen, Besuchen, Vorträgen und Konzeptbesprechungen bereits angelaufener Gemeinschaftsschulen und eines gemeinsamen Fortbildungstages beider Schulen. Beratend tätig waren auch Kollegen des Gymnasiums Heide-Ost.

Präambel

Die Hauptschule und die Realschule im Schulzentrum Heide-Ost beabsichtigen in Abstimmung mit dem Schulträger, sich mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 zu einer Gemeinschaftsschule zusammenzuschließen. Es wird mit dem Gymnasium Heide-Ost zusammengearbeitet.

Durch längeres gemeinsames Lernen wollen wir folgende Ziele erreichen:

  • Schulversagen verhindern mit Hilfe des Förderkonzeptes und durch Zusammenarbeit mit dem Förderzentrum,

  • Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen und leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern durch eine Flexible Ausgangsphase zum Hauptschulabschluss verhelfen,

  • mit Hilfe des Konzeptes der Berufswegeplanung möglichst vielen Schülerinnen und Schülern Anschlussperspektiven im dualen System eröffnen,

  • einen hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern zum Mittleren Bildungsabschluss führen,

  • vielen Schülerinnen und Schülern den Übergang in die gymnasiale Oberstufe ermöglichen.

Zum Erreichen dieser Ziele stehen uns zur Verfügung:

gut ausgestattete Fachräume für Naturwissenschaften, Musik, Textillehre, Technik, Informatik, Haushaltslehre, Kunsträume, umfangreiche Sportanlagen sowie ein Kulturforum.

1. Grundsätzliches

Alle Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und alle anderen am Schulleben Beteiligten tragen gemeinsam die Verantwortung, dass in der Schule Lehren, Lernen und Leben gelingt.

Leistungsunterschiede und Behinderungen haben keine Ausgrenzung zur Folge. Der Umgang miteinander ist von Fairness, Vertrauen, Toleranz und gegenseitiger Achtung geprägt. Absprachen und Vereinbarungen werden eingehalten, damit eine verlässliche Zusammenarbeit sichergestellt ist.

Eine vertrauensvolle Atmosphäre kann nur entstehen, wenn die am Unterricht Beteiligten in einem freundlichen, offenen Umgangston miteinander arbeiten und sich gegenseitig respektieren.

Die Schule ist keine konfliktfreie Zone. Konflikte müssen gewaltfrei bewältigt werden. Alle denken und handeln mit Rücksicht auf den anderen. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, Kritik und Selbstkritik aller Beteiligten sind deshalb unverzichtbar. Zur Umsetzung ist ein Curriculum in Arbeit und ab Januar 2008 wird eine Streitschlichter-Ausbildung durchgeführt. Im Rahmen der Gewaltprävention haben Lehrkräfte beider Schularten schon entsprechende Fortbildungen besucht und gemeinsame Aktionen, wie z.B. Präventionstage durchgeführt. Eine pädagogische Insel wird wieder eingerichtet.

2. Formen gemeinsamen Lernens

Unser Ziel ist es, allen Kindern über die Jahrgangsstufe 4 hinaus ein längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen.

2.1 Jahrgangsstufe 5 und 6

Das Lernen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 ist geprägt durch individualisierte und selbstgesteuerte Formen. Offene Unterrichtsformen, wie z.B.

  • Wochenplanarbeit,

  • Lernen an Stationen,

  • Lerntheke,

  • projektorientierter Unterricht,

  • fächerübergreifende Freiarbeit

begleiten die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Selbstgesteuertes Lernen, soziales Lernen und gezieltes Methodentraining sind daher fester Bestandteil des Unterrichts in allen Jahrgangsstufen. Mit einem gezielten Methodentraining ab Jahrgangsstufe 5, welches im Stundenplan fest verankert ist, wollen wir die Schülerinnen und Schüler befähigen, das eigene Lernverhalten zu reflektieren und zu organisieren. Dazu werden wir die bestehenden schulinternen Methodencurricula anpassen. Hierzu gehören auch Kenntnisse der informationstechnischen Grundlagen (ITG).

Wir werden die fachdidaktische Erfahrung der älteren Lehrkräfte mit der umfangreichen Methodenkompetenz der jüngeren zusammenführen, indem wir Unterrichtsprojekte gemeinsam planen und durch Unterrichtshospitation voneinander lernen.

Um eine Entscheidung für eine zweite Fremdsprache im Rahmen des Wahlpflichtbereiches ab Jahrgangsstufe 7 zu erleichtern, nehmen die Schülerinnen und Schüler in Klassenstufe 6 an einer vorbereitenden AG teil.

2.2 Jahrgangsstufe 7 und 8

In den Jahrgangsstufen 7 und 8 lernen die Schülerinnen und Schüler in ihrem Klassenverband. In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik wird Basisunterricht, teilweise in Form von Teamteaching, erteilt. Zur Leistungsdifferenzierung auf unterschiedlichen Niveaustufen stehen mindestens zwei weitere Unterrichtsstunden für diese Fächer zur Verfügung.

Ab der Jahrgangsstufe 7 wählen die Schülerinnen und Schüler einen vierstündigen Kurs zur individuellen Schwerpunktbildung.

2.3 Jahrgangsstufe 9 und 10

In den Jahrgangstufen 9 und 10 wird auf die zu erwartenden Schulabschlüsse hingearbeitet. Dabei ist unser Ziel, alle Schülerinnen und Schüler zu einem möglichst hohen Bildungsabschluss zu führen.

Die Schülerinnen und Schüler wählen aus den Angeboten der Schule ab Klasse 9 einen weiteren Wahlpflichtkurs, der ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Dieser Kurs ist zweistündig und jahrgangsübergreifend.

2.4 Förderkonzept

Um den Lernbedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler gerecht werden zu können, werden sie gemäß ihrer individuellen Leistungsfähigkeit gefördert und gefordert. Allen werden Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, ihr Wissen, ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten zu erweitern. Wir orientieren uns am Begabungsprofil des einzelnen Kindes und fördern es durch:

  • Bereitstellung von verschiedenen Lern- und Übungsmaterialien für den Unterricht, differenziert nach Fähigkeit und Lerntempo des Kindes,

  • gezielte individuelle Hilfe, z.B. durch zusätzliche Stunden für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Legasthenie (LRS), Hausaufgabenhilfe,

  • das vorhandene Förderkonzept der Hauptschule im Schulzentrum Heide-Ost (siehe Anlage 1),

  • Lernpläne für alle Schülerinnen und Schüler,

  • verbindliche und regelmäßige Lernentwicklungsgespräche zwischen den Lehrkräften der Klasse für alle Klassenstufen,

  • darauf aufbauende und ebenso verbindliche und regelmäßige Gespräche mit den Erziehungsberechtigten sowie den Schülerinnen und Schülern,

  • eine Zusammensetzung von Schülergruppen, die es den Kindern ermöglicht, einander zu helfen, wobei sie sich in ihrer Verschiedenheit ergänzen und dies als Bereicherung erfahren.

3. Qualitätssicherung/Orientierung an Schulabschlüssen

Die Qualitätssicherung wird einen Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit darstellen, da wir das Bestreben haben, Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Begabungen zu den jeweils bestmöglichen Bildungsabschlüssen zu führen.

Lernergebnisse werden systematisch festgestellt und ausgewertet, Lernprogramme am PC können zur Dokumentation des Lernprozesses herangezogen werden.

Die Stärken und Schwächen unseres Konzeptes werden durch regelmäßige Leistungsvergleiche erfasst, mögliche Gründe für abweichende Ergebnisse werden analysiert und daraus geeignete Maßnahmen entwickelt.

Die Klassenteams bestehen aus ca. vier Lehrkräften; sie treffen sich regelmäßig zur Besprechung, um die Arbeit in den Klassen effektiv zu gestalten.

Die Fachkonferenzen erstellen Kompetenzraster, diese bilden die Grundlage des gemeinsamen Lernens. Sie sind zugeschnitten auf die unterschiedliche Leistungsfähigkeit und bereits vorhandene Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler und ausgerichtet an den Bildungsstandards. Fragen des Lehrplanbezugs werden in den Fachkonferenzen intensiv erörtert und fließen in die Kompetenzraster ein. Das neue schulinterne Curriculum wird ständig aktualisiert.

Lernpaten aus den höheren Klassen betreuen die Schülerinnen und Schüler der Eingangsstufe bei der Erarbeitung von Lern- und Arbeitsstrategien und bei der Erledigung von Hausaufgaben, so wie es in der Realschule im Schulzentrum Heide-Ost bereits durchgeführt wird (siehe Anlage 2). In dieser Maßnahme sehen wir zugleich eine gute pädagogische Chance, jetzige Haupt- und Realschüler mit in die neue Schulart einzubinden.

Im Hinblick auf abschlussbezogene Bildungsstandards können die Fremdsprachen nach einem gemeinsamen Anfangsunterricht in Lerngruppen unterrichtet werden, die nach Leistungsniveaus differenziert sind. In Deutsch und Mathematik wird der gemeinsame Unterricht in Klasse 5 und 6 durchgeführt. Es eröffnet sich bei parallelem Unterricht auch die Möglichkeit, bestimmte Begabungen, Interessen und Neigungen in Form von Projekten kursartig zu fördern. Die Fachkonferenzen arbeiten geeignete Themen aus.

Den Einzelnen werden nicht Defizite sondern ihre Stärken bewusst gemacht. Diese werden schriftlich festgehalten.

Fördermaßnahmen werden nicht nur bei auftretenden Lernschwierigkeiten, sondern auch zur Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler eingerichtet. Hierbei helfen uns die kurz gefassten aber diagnostisch klaren Lernpläne sowie die unterstützende Arbeit der Lernpaten.

Eigenverantwortliches Lernen wird gefördert; aus den vorhandenen Lehrbüchern der Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums werden Klassenbibliotheken zusammengestellt und durch handlungsorientierte Materialien und Arbeitsbogen ergänzt.

Wir erreichen Binnendifferenzierung durch:

  • Zusammenarbeit aller bisherigen Schularten (Hauptschule, Realschule, Förderschule und Gymnasium),

  • offene Unterrichtsformen,

  • doppelte Klassenlehrerbesetzung aus verschiedenen Schularten,

  • gemeinsame Unterrichtsplanung,

  • Lernbüro und Lerntheken,

  • regelmäßigen Besuch von Fortbildungsveranstaltungen,

  • Nutzung von PC-Arbeitsplätzen.

4. Leistungsbeurteilung

Die Leistungsbeurteilung erfolgt in den Klassenstufen 5 und 6 in Form von Berichtszeugnissen (z.B. Raster). Sie werden in die einzelnen Fächer bzw. Fachbereiche und damit zusammenhängende fachspezifische Anforderungen aufgegliedert sein. Für das Fach Deutsch bedeutet dies z.B. Textproduktion, Grammatik, Rechtschreibung, Textarbeit, Leseverständnis.

Der Lernerfolg wird mit den Bezeichnungen „erreicht“, „teilweise erreicht“ und „nicht erreicht“ beschrieben. Ebenfalls finden individuelle Kommentare und Beschreibungen der Anspruchsniveaus ihren Platz.

Ab spätestens Klassenstufe 8 erhält die Schülerin oder der Schüler ein Notenzeugnis mit einer schriftlichen Prognose auf den zu erwartenden Schulabschluss oder den Übergang in die gymnasiale Oberstufe.

Diese Beurteilungen werden den Schülerinnen und Schülern sowie den Erziehungsberechtigten in einem persönlichen Gespräch erläutert.

Verfahren der Leistungsmessung

In den gültigen Lehrplänen wird unterschieden nach Unterrichtsbeiträgen und Klassenarbeiten. Diese werden in ihrer verschiedenen Form auch zukünftig zur Leistungsmessung herangezogen. Wir erweitern die Möglichkeiten durch:

  • standardisierte Tests,

  • differenzierte Klassenarbeiten,

  • Kompetenzraster, die erstellt und regelmäßig erweitert werden,

  • Lerntagebücher,

  • Parallelarbeiten,

  • Vergleichsarbeiten.

Die Leistungsbeurteilung erfolgt nach Anspruchsebenen differenziert unter Berücksichtigung der Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten regelmäßig Rückmeldungen bezüglich ihrer Kompetenzen.

5. Ganztagsschulkonzept

5.1 Gesellschaftliche Ausgangslage

Unsere Gesellschaft, ihre Strukturen sowie ihre Bedürfnisse und Werte sind einem ständigen Wandel unterworfen. Darauf reagiert auch unsere Gemeinschaftsschule, die nicht losgelöst von gesellschaftlichen Entwicklungen denkbar ist. Mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie auf Bereiche außerhalb der reinen Wis­sensvermittlung stellt sich die Schule zunehmend Herausforderungen hinsichtlich ihrer organisatorischen und inhaltlichen Struktur.

5.3 Grundsätze der Offenen Ganztagsschule im Schulzentrum Heide-Ost

Dem Prinzip der Offenen Ganztagschule folgend, wird das bisher gewohnte unter­richtliche Angebot weiterhin schwerpunktmäßig am Vormittag stattfinden. Darüber hinaus werden jedoch außerunterrichtliche Aktivitäten angeboten werden, welche von allen Schülerinnen und Schülern nach ihrer individuellen Interessenlage genutzt werden können. Zur Sicherstellung dieses Angebotes werden interessierte Privatpersonen, Vereine, Verbände und andere Institutionen als Partner gewonnen. Die Maßnahme wird z.B. unterstützt durch Arbeitsgemeinschaften, die Lehrkräfte am Nachmittag anbieten.

Die Inhalte der Angebote konzentrieren sich in einem ersten Schritt auf folgende Be­reiche:

  • Hausaufgabenbetreuung,

  • Fördermaßnahmen bei schulischen Stärken und Schwächen,

  • sportliche, musische, darstellerische, sprachliche, naturwissenschaftliche, mathematische und gestalterische Aktivitäten,

  • Ausbau der Arbeitsgemeinschaften,

  • Angebote der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Heide,

  • fächerübergreifende Projekte,

  • Berufsorientierung,

  • Weiterführung der Austauschmöglichkeiten mit anderen Ländern,

  • Vorbereitung und Teilnahme an Wettbewerben,

  • Gesundheit und Ernährung.

Zur Sicherstellung eines ganztägigen Angebotes wird eine Mittagsver­pflegung vordringlich für Klassenstufe 5 eingerichtet. Andere Schülerinnen und Schüler können auch am Essen teilnehmen, wenn die Frage der Räumlichkeiten geklärt ist. Chancen für eine weitere Verbesserung der Bildungssituation durch eine offene Ganztagsschule ergeben sich in vielfacher Hinsicht, u. a. durch folgende Tatsachen:

  • Den Kindern stehen am Nachmittag Gesprächspartner zur Verfügung. Sie sind sich nicht selbst überlassen.

  • Kinder erhalten Anregungen für eine sinnvolle und kreative Freizeitgestaltung, insbesondere auch als Gegenpol zum unkontrollierten Medienkonsum.

  • Bereitstellung von mehr Handlungsfeldern, in denen das Einhalten von Regeln und Normen sowie andere soziale Verhaltensweisen verstärkt gelernt werden können,

  • Vermittlung von Erfolgserlebnissen für unsere Schülerinnen und Schüler z.B. durch praktisch-technisch orientierte Be­tätigungsfelder,

  • Verstärkung der Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung,

  • bessere Integration von Kindern mit Migrationshintergrund,

  • Förderung spezieller Begabungen,

  • Möglichkeit einer Erhöhung der Lerneffizienz in Kleingruppen,

  • Aus­nutzung der biologischen Leistungskurve am Nachmittag,

  • bessere Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Leistungsdefiziten.

5.3 Organisation

In der Anfangsphase der Offenen Ganztagsschule richten wir eine verlässliche und auf den individuellen Bedarf ausgerichtete Förderung und Be­treuung an mindestens drei Wochentagen ein.

Zur Finanzierung der anfallenden Kosten wird ein Teilnehmerbeitrag erhoben, dessen Höhe in Absprache mit dem Schulträger festgelegt und sozial gestaffelt ist. Für die Organisation wird eine Koordinationsstelle geschaffen. Im Augenblick sucht die Stadt Heide nach einem geeigneten Träger, der diese Aufgabe übernehmen kann.

Unser Ganztagskonzept wurde vom Ministerium für Bildung und Frauen mit Schreiben vom 29.11.2006 abgelehnt (siehe Anlage 3), unter den neuen Voraussetzungen reichen wir es jetzt noch einmal ein (siehe Anlage 4).

6. Pädagogische Überlegungen zu Teilbereichen

6.1 Wahlpflichtfächer

Wahlpflichtfächer bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ein Fachgebiet ihres Interesses auszuwählen. Ab dem 7. Schuljahr muss ein vierstündiges Wahlpflichtfach verbindlich gewählt werden. Bei dem Angebot soll ein möglicher angestrebter Abschluss schon berücksichtigt werden. Französisch als 2. Fremdsprache für Schülerinnen und Schüler, die einen höheren Abschluss erreichen wollen, wird angeboten, aber auch aus den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Textillehre, Hauswirtschaft, Berufsorientierung u.a. werden Wahlpflichtfächer zur Auswahl stehen. Unter dem Aspekt der Integration kann Russisch angeboten werden.

In den Klassenstufen 7 und 8 werden die Kurse klassenübergreifend, aber noch nicht jahrgangsübergreifend erteilt. In den Klassenstufen 9 und 10 werden die Kurse dann auch jahrgangsübergreifend unterrichtet. Die Kurse werden ganzjährig gegeben, wobei ein Wechsel bis zu den Herbstferien eingeräumt wird.

6.2 Berufsorientierung

Berufsorientierung bedeutet, dass die Schule in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und außerschulischen Institutionen den Schülerinnen und Schülern einen Weg zur Berufswahl aufzeigt. Dabei ist es unerheblich, auf welchen Abschluss die Schülerinnen und Schüler vorbereitet werden, so dass wir die bisherige gute Arbeit zur Berufsorientierung der Realschule und Hauptschule im Schulzentrum Heide-Ost fortführen und vertiefen.

Innerhalb der Orientierungsstufe vermitteln wir im Unterricht fächerübergreifend Sozialkompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler sammeln Erfahrungen bezüglich ihrer individuellen Fähigkeiten und Neigungen, unter anderem auch durch Betriebsbesichtigungen.

Im 7. Schuljahr wird der Berufswahlpass eingeführt, wobei hier der Schwerpunkt auch noch im Vermitteln von Fähigkeiten und Kompetenzen liegt.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendaufbauwerk werden im 8. Schuljahr eine Potenzialanalyse, Berufswahlanalyse sowie Werkstatttage durchgeführt.

Im 2. Halbjahr der 8. Klasse findet ein zweiwöchiges Betriebspraktikum statt.

Zu Beginn des 9. Schuljahres erfolgt ein weiteres zweiwöchiges Betriebspraktikum. In Einzelfällen können Schülerinnen und Schüler ein Langzeitpraktikum absolvieren, bei dem sie dann einmal wöchentlich vom Unterricht befreit sind.

Möglichst früh nehmen die Schülerinnen und Schüler an Projekttagen für ein Bewerbungstraining teil.

Wir ermöglichen unseren Schülerinnen und Schülern weiterhin Unterrichtsbesuche im Berufsbildungszentrum. Auf diese Weise lernen sie die Bedingungen und Anforderungen dieser Schule bezüglich ihres gewählten Berufes kennen.

Ebenfalls bleiben wir in ständigem Kontakt zu verschiedenen Unternehmen und der Agentur für Arbeit, die schon jetzt unsere Schülerinnen und Schüler regelmäßig über Berufsperspektiven informieren.

6.3 Projektarbeit

In Zusammenarbeit mit mehreren Fachkonferenzen werden Projektthemen erarbeitet, welche dazu dienen, Verknüpfungen und Verbindungen der Fächer herzustellen, um vernetzt arbeiten zu können. Die Isolation der Fächer kann somit aufgehoben werden und damit auch eine engere Zusammenarbeit der Lehrkräfte erfolgen. Das Lernen und Denken kann in größeren Zusammenhängen geschehen. Leitthemen können dabei sein:

  • Informationen gewinnen und verarbeiten – mit Medien gestalten,

  • gesellschaftliches Leben kennen lernen und daran teilnehmen,

  • Deutschland als Teil Europas und der Welt begreifen.

Deshalb gibt es in jedem Schuljahr in jeder Klasse mindestens ein fächer- übergreifendes Projekt.

6.4 Weiterentwicklung der Fächerangebote

Die zu unterrichtenden Fächer richten sich nach der Kontingentstundentafel für die Gemeinschaftsschule.

6.5 Lehrereinsatz

Die zukünftigen Klassenlehrkräfte der fünften Klassen unterrichten als Team: Jeweils eine Kollegin oder ein Kollege aus der Haupt- und Realschule sind Teamleiter ihrer Klassen. Hierbei achten wir darauf, dass die Kolleginnen und Kollegen jeweils eines der Fächer Deutsch, Englisch oder Mathematik unterrichten. Zu diesem Team gehören nach Möglichkeit eine Lehrkraft des Gymnasiums und der Förderschule. Lehrkräfte in Ausbildung werden weiterhin in der Gemeinschaftsschule ausgebildet.

6.6 Fortbildungsplanung

Wir holen vermehrt Abrufveranstaltungen zu den zentralen pädagogischen, methodischen und didaktischen Themen an die Schule, z.B.

  • Zusammenarbeit in den neuen Fachbereichen,

  • gemeinsame Unterrichtsplanung,

  • regelmäßige Hospitationen,

  • Fortbildungen zur Inselpädagogik,

  • Streitschlichterausbildung

  • Gewaltprävention

  • Schülerlotsen.

Außerdem setzen wir den Gedankenaustausch mit anderen Gemeinschaftsschulen in bewährter Weise fort.

6.7 Evaluation

Dieses Konzept muss sich in der Praxis bewähren, deshalb gibt es in der Gemeinschaftsschule eine interne und regelmäßige Rückmeldung der Lehrkräfte bei Fachkonferenzen, Klassenkonferenzen, Schulkonferenzen, Teamgesprächen und Konzeptionstagen. Eingebunden in das Feedback werden auch die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern.

Die externe Evaluation erfolgt durch geeignete Vertreter einer anderen Gemeinschaftsschule und weitere Personen, die von der Schulkonferenz bestimmt werden.